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03.07.2020

Problemfall Klassenzimmer

Jugendliche Zweikampf

Gewalt und Mobbing an Schulen

Prügeleien, Beleidigungen, Mobbing - mittlerweile gehören Sie zu jedem Schulalltag dazu. Egal ob physische -, also körperliche Gewalt, oder psychische -, also emotionale, geistliche Gewalt: In den meisten Fällen beginnt die Schädigung seiner Mitmenschen schon in jungen Jahren, oftmals schon in der Kindergartenzeit.

Doch woher stammt dieses Gewaltpotenzial?

Die Zahl der Gewalttaten in Erziehungsunterkünften ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Dieses Verhalten der Kinder und Jugendlichen hat verschiedene Ursachen.

Zum einen spielt die Erziehung der Eltern eine große Rolle bei der Gewaltentwicklung. Eltern gehen entweder zu locker mit ihrem Erziehungsauftrag um, sodass das Kind immer weiter die Grenzen ausreizt und dafür nicht bestraft wird. Andererseits können Eltern jedoch auch zu streng mit ihrem Kind umgehen und physische Strafen wie Schläge oder ähnliches nutzen. Dieses Verhalten kann von den Minderjährigen übernommen werden und so zu Gewalttaten führen.
Deshalb ist die Erziehung der Eltern oft eine Ursache der Gewaltentwicklung bei Kindern.

Des Weiteren ist das soziale Umfeld und der Freundeskreis von hoher Bedeutung bei der Entwicklung von Gewaltpotenzial.
Ein Kind, dessen Freunde oft in Prügeleien oder Auseinandersetzungen verwickelt sind, versucht sich diesem Umfeld anzupassen. Insbesondere das "Cool-Sein" spielt hier eine immense Rolle, weil ein Kind vor den eigenen Freunden nicht als "Weichei" dastehen möchte.

Außerdem ist die Schule selbst oft Grund für Gewalt aufgrund des Anpassungsdruckes und des Leistungsdruckes. Viele Schüler kommen mit diesem Druck nicht klar und versuchen deshalb anderweitig, in Form von Gewalt, ihrer inneren Wut freien Lauf zu lassen.

Durch diese zahlreichen Einflussfaktoren entstehen die meisten Gewalttaten bei Kindern.
Doch neben körperlicher Gewalt entsteht so das immer öfters in den Medien kursierende "Mobbing": das Ärgern und Schikanieren von Schülern. Diese werden von meist größeren Schülergruppen typischerweise beleidigt oder persönlich angegriffen, sodass das Opfer emotionale und psychische Schäden davonträgt. Oftmals entstehen dadurch Depressionen, die in Einzelfällen sogar bis zum Suizid reichen können. Jene Schäden können ebenfalls durch sogenanntes "Cybermobbing" hervorgerufen werden, wobei das Opfer online über soziale Netzwerke angegriffen und "gemobbt" wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl psychische als auch physische Gewalt in Schulen auch heute noch ein großes Problem in Deutschland ist, welches durch zahlreiche Faktoren wie schlechte Erziehung, soziales Umfeld oder Erwartungsdruck gefördert wird.

Doch wie kann man sich vor Gewalt und Mobbing schützen?

Mittlerweile gibt es viele Methoden, die gegen Gewalt nützlich sind.
Einerseits kann man vorsorgen, indem man Kurse und Workshops zur Selbstverteidigung besucht. Des Weiteren finden häufig auch Sozialpräventionen an Schulen statt, bei denen an einem oder mehreren Tagen das Thema "Mobbing" eine wichtige Rolle spielt. Dadurch wird Mobbern versucht beizubringen, welche negativen Auswirkungen das Ärgern haben können, um dies zukünftig zu verhindern.

Wenn die Gewalttat oder das Mobbing in der Schule jedoch schon passiert ist, bzw. noch immer präsent ist, dann gibt es ebenfalls zahlreiche Unterstützungen.
Die wohl bekannteste und hilfreichste Methode gegen Gewalt ist schlicht über den Fall zu reden. Am besten eignen sich dafür Vertrauenspersonen wie Eltern, Geschwister, Erzieher oder gute Freunde. Da sich aber zahlreiche Jugendliche schämen, mit vertrauen Menschen über so ein intimes Problem zu reden, ist vielen Schülern bereits die "Nummer gegen Kummer" bekannt. Diese Telefon-Hotline steht für Kinder und Jugendliche zur Verfügung, um anonym mit einer außenstehenden, erwachsenen Person über seine Probleme zu sprechen. Informationen zur "Nummer gegen Kummer" finden Sie unter "www.nummergegenkummer.de".

Trotz der vielen Präventionen und Maßnahmen gegen Gewalt und Mobbing an Schulen ist dies immer noch ein großes Problem im Alltag von Kindern und Jugendlichen, welches sich manchmal nur schwer lösen lässt.